Wenn Märkte sich verändern und Anwenderbranchen sich neu orientieren, bieten Messen besondere Chancen sowohl für Aussteller als auch für Besucher. Das trifft auf die KPA-Messen im Jahr 2020 zu. Denn in der Kunststoffverarbeitung sind Trends erkennbar, die Veränderungen im Verhältnis von Kunden und Lieferanten erwarten lassen. Im Klartext: Spritzgießer suchen neue Märkte, die Abnehmer von Kunststoffprodukten neue Lösungen.

Verlangsamtes Wirtschaftswachstum

Zu diesen Trends gehört die nachlassende Konjunktur. Zugegeben: Die prognostizierten 1% Wachstum sind noch lange keine Rezession. Aber die Phase der Hoch- und Höchstauslastung in vielen Branchen scheint vorbei. Das ist die Zeit, in der Konstruktionen optimiert, Neuentwicklungen angestoßen und neue Lieferanten gesucht werden – wichtige Aufgaben, die aus Kapazitätsgründen vorher aufgeschoben wurden. Das heißt: Jetzt ist die Bereitschaft der Anwender von Kunststoffprodukten größer, mit neuen Partnern und Zulieferern ins Geschäft zu kommen. Das sind gute Aussichten für die Aussteller!

Abschied vom Verbrennungsmotor

Auch die langsam in Fahrt kommende Elektromobilität hat Auswirkungen auf den Markt der Kunststoffverarbeiter. Hersteller von Kunststoffprodukten für motornahe Anwendungen sind gut beraten, sich auf ein langsames Ausstiegsszenario vorzubereiten und gegebenenfalls neue Kundenkreise zu erschließen. Volvo hat zum Beispiel angekündigt, keine Investitionen mehr in neue Motorengenerationen zu stecken und in Zukunft ganz auf Elektroantriebe zu setzen.

Neue Märkte entstehen

Zugleich öffnen sich durch die aktuellen Veränderungen auch neue Märkte. Bestes Beispiel ist die Elektromobilität. Die Automobilzulieferer unter den Spritzgießern könnten auch davon profitieren, dass neue Fahrzeuggenerationen voller Sensorik (mit entsprechenden Gehäusen) und voller „Komfortantriebe“ (ebenso) stecken. Hier entsteht neuer Bedarf, mit dem eventuelle Verluste in anderen Bereichen kompensiert werden können. Für die Kunststoffverarbeiter bedeutet das: Augen und Ohren offenhalten, Trends verfolgen! Messen bieten dazu eine gute Gelegenheit.

Netzwerken macht erfolgreich

In Zeiten von Plattformökonomie und Clustern sollten sowohl Aussteller als auch Besucher der KPA (und aller anderen Messen) nicht nur nach neuen Kunden und Zulieferern Ausschau halten. Zunehmend gehen Unternehmen auch vertikale Kooperationen an und schließen sich z.B. zu kleineren Allianzen zusammen, die größere Aufgabenpakete gemeinsam anbieten und damit – jeder für sich und alle gemeinsam – neue Kundenkreise erschließen. Wer dies in der Kunststoffverarbeitung plant, findet auf den beiden KPA-Messen zahlreiche potenzielle und leistungsfähige (Gesprächs-)Partner.