Keine Frage: Es ist ein unangenehmes Thema, und manches mag „hochgekocht“ oder übertrieben sein. Aber Fakt ist, dass das Image des Kunststoffs in letzter Zeit deutlich gelitten hat – und dass die Hersteller und Verarbeiter gut beraten sind, darauf zu reagieren.

Wenn – wie kürzlich geschehen – ein Schwergewicht wie Covestro ankündigt, langfristig auf fossile Ressourcen wie Erdöl verzichten und eine Kreislaufwirtschaft für Rohstoffe zu etablieren zu wollen, ist das ein starkes Signal. Bis das Unternehmen dieses Ziel erreicht hat, werden Wettbewerber nachgezogen haben, und diese Entwicklung wird nicht ohne Auswirkung auf den Gesamtmarkt der Kunststoffverarbeiter haben.

Die Thematik der Umweltverträglichkeit von Kunststoffen, wie sie aktuell diskutiert wird, hat mehrere Aspekte, die teilweise zusammenhängen. Covestro adressiert den Rohstoff Öl und sucht – ähnlich wie die Automobilindustrie beim Treibstoff – nach Alternativen. Die gibt es bereits für weniger anspruchsvolle Einsatzfälle und auf der KPA werden Unternehmen ausstellen, die ihre Kompetenz z.B. bei der Verarbeitung biologisch abbaubarer Kunststoffe sowie entsprechende Produkte zeigen.

Damit ist der zweite Aspekt angesprochen: Kunststoffe, die nicht aus Öl gewonnen werden, können leichter rezykliert werden. Dieses Thema hat viele Aspekte – von Mikrofasern aus Textilvliesen bis zu Müllexporten von Deutschland nach Malaysia und der Verschmutzung der Weltmeere.

Wie bei den meisten öffentlichen Diskussionen bemängelt die Fachwelt, dass die Differenzierung zu wünschen übrig lässt. Viele Arten von Kunststoffverpackung wird man ersetzen können. Bei technischen Kunststoffen ist dies nur mit großem Aufwand möglich. Hier ist eher noch der umgekehrte Trend sichtbar, der Kunststoff so attraktiv macht: Metallkomponenten werden gegen solche aus Kunststoff substitutiert, weil sie Gewicht einsparen und auch komplexe Formen gut darstellbar sind. Hier tragen Kunststoffe zur Nachhaltigkeit und zum Umweltschutz bei (z.B. zu geringerem Energievebrauch von leichteren Fahrzeugen). Auch dafür wird es auf der KPA interessante „Case studies“ geben.

Bildquelle: IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen